Zeit für Stressmanagement: Wann Stress gesund ist und wie er krank macht

Burnout

Wozu Stress?

Vor nur 400 Genrationen, d.h. 400 Mal die Eltern von unseren Eltern, waren wir noch in der Steinzeit. Dort mussten wir uns einem täglichen Überlebenskampf stellen. Dazu mussten wir uns von Gefahren weg- und zu Nahrung wie auch anderen Chancen hinbewegen. Das benötigte eine  Menge Energie. Diese Energie heißt Stress. Bei Chancen, die wir im Kopf unter „Wollen“ bezeichnen, treibt uns positiv empfundener Stress. Bei allen Gefahren und möglichen Verlusten treibt uns der negative Stress, er wird im Kopf unter „Müssen“ geführt. Immer wenn wir sagen „ich bin gestresst“, meinen wir den negativen Stress.

Der Mechanismus der den Stress steuert, befindet sich auf einer dem Willen nicht zugänglichen Ebene im Gehirn. Automatisch berechnet er die Situationen, bestellt im Körper einen bestimmten Stresspegel und legt auch schon fest, ob wir den Stress zur Situation als positiv oder negativ empfinden. Entwickelt wurde dieser Mechanismus in der Steinzeit und hat sich seitdem nicht mehr verändert. Deshalb reagieren wir heute so stark mit Stress in Situationen, wo viel Stress eigentlich keinen Sinn macht. So hilft uns zum Beispiel zu viel Stress in der Regel nicht weiter, wenn wir im Stau stehen oder mit einem Berg an Aufgaben versehen sind. Im Gegenteil, bei viel Stress wird unser für Überlegungen zuständiges Gehirn regelrecht abgeschaltet und die Lösungskompetenz schwindet.

Ab wann Stress krank macht!

Zuviel Stress senkt nicht nur die Gehirnleistungen, er kann auch mit der Zeit krank machen. Um gesund zu bleiben, brauchen Menschen auch höhere Stressphasen. Denn  auch unter Stress laufen wichtige Vorgänge beim Stoffwechsel und im Immunsystem ab.

Wenn Menschen aber über Wochen und Monate (manchmal auch Jahre) deutlich mehr Hochstress-  als Ruhephasen haben, dann entsteht eine Grundlage für diverse körperliche und mentale Krankheiten.

Der Weg zu stressbedingten Krankheiten verläuft in 3 Phasen:

Phase 1:

Das Verhältnis zwischen An- und Entspannung wird über Wochen dauerhaft gestört. In der Folge erhöht der Körper sein Grundstressniveau. Er besitzt jetzt auch in eigentlichen Ruhephasen einen erhöhten Stresslevel. Die betroffene Person ist aber noch immer in der Lage, in Abhängigkeit zur Situation den Stress sowohl negativ als aber auch positiv zu empfinden.

Phase 2:

Wenn nach längerer Zeit in der Phase 1 sich keine ausgedehnte Ruheperiode anschließt und die Belastungen andauern, dann beginnt der Körper regelrecht heiß zu laufen. Betroffene Personen empfinden den Dauerstress ab jetzt fast nur noch negativ. Sie werden entsprechend häufiger krankgeschrieben, weil Immunvorgänge  drastisch reduziert sind. Der Körper wird anfällig für verschiedenste Krankheiten. Von einfachen Infekten, über diverse Hauterkrankungen bis hin zu Krebs. Auch das Herzkreislaufsystem wird durch den Dauerstress enorm beansprucht und Herz-Kreislauferkrankungen von Bluthochdruck bis zum Herzinfarkt wird der Boden bereitet. Neben den körperlichen Krankheitsrisiken beginnt unter dem negativen Langzeitdruck auch die Psyche zu leiden und seelische Erkrankungen können entstehen.

Phase 3:

Kommen Menschen aus der Phase 2 nicht heraus, dann können jetzt chronische Krankheiten entstehen. D.h. auch wenn jemand jetzt eine längere Ruhephase bekäme, würde er dennoch krank sein. Daneben ist es auch möglich, dass ein Körper vollkommen zusammenbricht und der betroffene Mensch eine starke Depression bekommt. Wir würden dann vom sogenannten Burn-Out sprechen (auf Grund der begrifflichen Omnipräsenz sprechen aber auch schon viele Menschen in der Stufe 2 davon, einen Burn-Out zu haben).

Fazit

Zusammengefasst kann gesagt werden, dass menschlich Gesundheit ein ausgewogenes Verhältnis zwischen An- und Entspannungsphasen braucht. Wird dies dauerhaft gestört, werden Immunsystem, Psyche und Herz-Kreislaufsystem so stark belastet, dass Körper und Geist anfällig für verschiedenste Krankheiten -von leicht bis schwer- wird. Für Unternehmen ist aber auch der intellektuelle Leitungsverlust ernst zu nehmen, weil er Lösungskompetenz und Kreativität verhindert sowie Fehlentscheidungen begünstigt.

Die größte gesundheitliche Gefährdung liegt auch nicht im Burn-Out. Vielmehr ist es die breitgefächerte Anfälligkeit von Menschen in der Phase 2, die Krankenstände, Fluktuation und Leistungseinbrüche zu verantworten hat.

Vor dem Hintergrund wird klar, warum ein Investment in betriebliches Stress- und Gesundheitsmanagement sich rechnet. Experten beziffern den ROI zwischen 1:3 und 1:5. D.h. jeder investierte Euro kommt mindestens 3 Mal wieder zurück (IGA-Report 13: Sockoll, I; Kramer, I.; Bödeker, W.: Wirksamkeit und Nutzen betrieblicher Gesundheitsförderung und Prävention, Bonn, Dresden, Essen, Siegburg 2008). Deshalb ist Stressmanagement eine lohnenswerte Investition, sowohl für alle betroffenen Menschen als auch für die Bilanz!

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One comment

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